Ärzte Zeitung online, 15.08.2008

Zahl der BAföG-Empfänger sinkt erneut auf 806 000

WIESBADEN (dpa). Die Zahl der BAföG-Empfänger in Deutschland ist weiter leicht zurückgegangen. Rund 806 000 Schüler und Studenten erhielten 2007 die Ausbildungsförderung, das waren 1,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Als Grund für den zweiten Rückgang in Folge nannten die Fachleute vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden am Freitag, dass die Grenzen der Freibeträge seit Jahren nicht angepasst worden seien. Dies habe sich aber mit der Reform zum August 2008 geändert.

Von den BAföG-Empfängern waren 494 000 Studenten (minus 0,8 Prozent) und knapp 312 000 Schüler (minus 2,3 Prozent). 48 Prozent bekamen den maximalen Förderbetrag. Im Durchschnitt erhielten die Schüler 301 Euro pro Monat und die Studierenden 375 Euro, genauso viel wie 2006. Bund und Länder gaben für die Ausbildungsförderung etwa 2,2 Milliarden Euro aus und damit drei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Mehr als zwei Drittel der BAföG-Empfänger lebten nicht mehr bei ihren Eltern.

Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Kai Gehring, nannte den Rückgang der BAföG-Empfänger eine "blamable Bilanz" für die große Koalition. Die zögerliche BAföG-Politik von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) trage dazu bei, dass die soziale Schere an den Hochschulen immer weiter aufgehe. "Wenn die Studienfinanzierung nicht ausreicht, bleiben Studierwillige aus Elternhäusern mit geringem und mittlerem Einkommen auf der Strecke. Arbeiterkinder werden immer stärker zu Exoten auf dem Campus."

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