Ärzte Zeitung online, 27.08.2008

Erneut Gas-Unfall in NRW - Sechs Menschen verletzt

LEVERKUSEN (dpa). Die Serie von Gas-Unfällen mit Verletzten in Nordrhein-Westfalen reißt nicht ab. Am Mittwoch wurden im "Chempark Leverkusen" sechs Mitarbeiter verletzt. Auf dem Gelände der Firma Kronos Titan war nach Angaben eines Unternehmenssprechers ein Gemisch aus Stickstoff und Chlor ausgetreten.

Die sechs Mitarbeiter wurden mit Atemwegreizungen ins Krankenhaus gebracht, fünf von ihnen konnten die Klinik aber im Laufe des Tages wieder verlassen. Ursache für den Gasaustritt sei ein undichtes Ventil gewesen, hieß es.

Da das Leck nach wenigen Minuten entdeckt wurde, habe nur eine geringe Menge des Stoffes entweichen können, teilte das Unternehmen mit. Die Werksfeuerwehr konnte mit Wasserwänden eine Ausbreitung des Gases verhindern. Messungen eines Umweltmesswagens hätten keine erhöhten Werte außerhalb des Firmengeländes ergeben.

Am Montag waren bei einem Störfall in einem Chemiebetrieb in Wülfrath bei Wuppertal 53 Menschen verletzt worden, als eine giftige Gaswolke austrat (wir berichteten). Bereits vor knapp zwei Wochen hatten 107 Menschen Verletzungen erlitten, als nach einem Brand in einem Mönchengladbacher Lack-Lager große Mengen Kohlendioxid von einer Löschanlage freigesetzt worden waren. In beiden Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung und Umweltdelikten.

Nach der Serie von Chemie-Unfällen hat die Landesregierung ein Krisengespräch einberufen. Fachleute aus dem Wirtschafts-, Innen- und Umweltministerium sollen über mögliche Konsequenzen beraten. Dabei sollten das vorhandene Sicherheitsinstrumentarium überprüft und mögliche Verbesserungen bei der Gefahrenabwehr überlegt werden, teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Düsseldorf mit.

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