Ärzte Zeitung online, 28.08.2008

Landkarte der Verkehrsunfälle - Wo leben Kinder am gefährlichsten?

BERGISCH GLADBACH (dpa). In Norddeutschland verunglücken deutlich mehr Kinder im Straßenverkehr als im Süden des Landes. Das zeigt der neue Kinderunfallatlas der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Am gefährlichsten ist es demnach in Hannover: In der Zeit von 2003 bis 2005 kamen dort 3,9 Unfälle auf 1000 Kinder.

Dahinter kommt Bremen (3,72), wie die Behörde am Mittwoch in Bergisch Gladbach mitteilte. Düsseldorf steht an dritter Stelle - dort betrug die Unfallquote (3,69). Am Besten schnitt Leipzig mit 2,73 Unfällen je 1000 Kinder ab, gefolgt von München (2,74) und Nürnberg (2,81).

Die Ursachen für die unterschiedlichen Werte wurden nicht untersucht.

Im Kinderunfallatlas sind Unfallschwerpunkte auf der Landkarte rot gekennzeichnet, Gebiete mit wenigen Unfällen grün. Kreise und Städte sollen so ihre Ergebnisse vergleichen können, um zu schauen, "was machen andere vielleicht besser", sagte BASt-Mitarbeiterin Nicola Neumann-Opitz. "Vorher wusste ein Kreis vielleicht gar nicht, dass er ein Problem hat."

Die Ergebnisse sind zudem nach Art der Verkehrsteilnahme der Kinder aufgeschlüsselt, also ob sie als Fußgänger, Radfahrer oder Mitfahrer im Auto unterwegs waren. So könne gezielter dort Geld eingesetzt werden, wo es die meisten Probleme gibt.

Als Fußgänger verunglücken Kinder in Nordrhein-Westfalen am häufigsten. Essen liegt hier unter den deutschen Großstädten an der Spitze. Dies habe auch damit zu tun, dass Kinder in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet öfter zu Fuß unterwegs seien, erklärte Neumann-Opitz. In den ländlichen Gebieten Bayerns ist der Nachwuchs dagegen als Mitfahrer in Autos besonders gefährdet. Für die Untersuchung wurden die polizeilichen Unfallstatistiken ausgewertet.

Topics
Schlagworte
Panorama (30155)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »