Ärzte Zeitung, 11.09.2008

Panik nach Tsunami-Warnung in Indonesien und Japan

Starke Erdbeben versetzen Menschen in Angst und Schrecken / Geophysiker warnen vor neuem schwerem Beben in Südwestchina

JAKARTA/TOKIO (dpa). Zwei starke Erdbeben haben die Menschen in Indonesien und Japan am Donnerstag in Angst und Schrecken versetzt. Experten warnen vor neuen schweren Beben in Südwestchina.

Indonesien und Japan lösten Tsunami-Alarm aus und riefen ihre Einwohner auf, sich in höheren Gefilden in Sicherheit zu bringen. Die befürchteten Flutwellen blieben aber aus. Über Schäden lagen keine Angaben vor.

Der erste Erdstoß erschütterte die Molukken-Inseln im Nordosten Indonesiens um 02.00 Uhr MESZ. Die Erdbebenwarte in Jakarta meldete eine alarmierende Stärke von 7,6, doch die US-Geologiebehörde registrierte "nur" 6,6. 20 Minuten später erschütterte ein Beben der Stärke 7 (US-Behörde: 6,9) die Provinz Hokkaido in Japans Norden.

Die Epizentren lagen unter dem Meeresboden, im Fall Indonesiens rund 120 Kilometer nördlich der Vulkaninsel Ternate mit rund 50 000 Einwohnern. Das nationale Fernsehen unterbrach sein Programm und warnte vor Flutwellen. Deshalb liefen hunderte Menschen in Panik auf die Straßen.

"Wir haben sofort Beobachter rausgeschickt", sagte ein Sprecher der Lokalbehörde. Aber es seien keine Schäden gemeldet worden. Nach Angaben des Radiosenders Elshinta bebte die Erde für 30 Sekunden. Nach 40 Minuten gab es Entwarnung: "Wir haben die Tsunami-Warnung aufgehoben, weil keine Flutwelle beobachtet wurde", sagte ein Sprecher der Erdbebenwarte.

Das Epizentrum des japanischen Beben lag 20 Kilometer vor der Pazifikküste. Dort wurde ein Anstieg der Flut um zehn Zentimeter gemessen. Die Tsunamiwarnung wurde kurz darauf aufgehoben. Indonesien und Japan sind zwei der gefährdetsten Erdbebenregionen der Welt. Sie liegen an dem "Ring aus Feuer" mit hunderten aktiven Vulkanen. Dort schieben sich im Erdinnern verschiedene Erdplatten untereinander. Die Spannung entlädt sich sporadisch durch Erdbeben.

Vor der Westküste Indonesiens ereignete sich Weihnachten 2004 das verheerende Beben mit dem Tsunami, der mehr als 220 000 Menschen rund um den Indischen Ozean das Leben kostete.

Nach der Analyse seismischer Aktivitäten im vergangenen Jahrzehnt warnen derweil Geophysiker im US-Fachjournal "Geophysical Research Letters" (Bd. 35, S. L17305) vor einem neuen großen Erdbeben in den nächsten Jahren in der südwestchinesischen Region.

Die Forscher forderten, Gebäude erdbebensicher zu bauen und die Menschen über Schutzmaßnahmen zu unterrichten.

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