Ärzte Zeitung online, 11.09.2008

Zahl der Hurrikan-Toten steigt - "Ike" tankt Kraft und bedroht Texas

HAVANNA/WASHINGTON (dpa). Nach dem Durchzug des Hurrikans "Ike" durch die Karibik ist die Zahl der Todesopfer in Kuba und Haiti auf mindestens 74 gestiegen. In Haiti wurden am Mittwoch weitere Leichen gefunden, so dass allein dort bisher 69 Menschen ums Leben kamen. In Kuba starben fünf Menschen.

Unterdessen sammelte Hurrikan "Ike" am Mittwoch im Golf von Mexiko neue Kraft und steuerte weiter auf den Süden von Texas zu. Das US-Hurrikanzentrum in Miami stufte den Sturm zum Hurrikan der Kategorie zwei auf der fünfteiligen Skala hoch. In seinem Zentrum entwickelte "Ike", der sich bei seinem Zug über Kuba abgeschwächt hatte, Windgeschwindigkeiten von 155 Stundenkilometern.

"Ike" wird am Samstag auf Texas treffen

Nach den jüngsten Berechnungen der Meteorologen wird "Ike" am Samstag als Hurrikan der Kategorie 4 zwischen Houston und Brownsville auf das texanische Festland treffen. Bei einer derartigen Stärke könnte es auch noch beim weiteren Zug ins Inland zu Schäden kommen, so etwa in der Hauptstadt Austin.

Angesichts der dramatischen Lage in Haiti trafen dort immer mehr Hilfszusagen ein. Die Vereinten Nationen riefen die Mitgliedstaaten auf, Hilfsgelder in Höhe von 108 Millionen Dollar (76 Millionen Euro) bereitzustellen. Mit dem Geld sollen humanitäre Hilfe und erste Aufräumarbeiten in den kommenden sechs Monaten finanziert werden, gab die Abteilung für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Dienstag in New York bekannt. Zusagen in Millionenhöhe kamen unter anderem auch aus den USA, Deutschland, Frankreich und Kanada.

Nach UN-Schätzung brauchen 800 000 Haitianer Hilfe

Die Vereinten Nationen schätzen, dass 800 000 Haitianer - rund zehn Prozent der Bevölkerung - dringend Hilfe benötigen. Rund 70 000 Menschen hausen in Notunterkünften. Schon vor der Hurrikan- Katastrophe lebte über die Hälfte der Haitianer von weniger als einem Dollar am Tag, während die Preise für Grundnahrungsmittel seit Anfang des Jahres um 40 Prozent gestiegen sind.

Lesen Sie dazu auch:
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