Ärzte Zeitung online, 12.09.2008

UNICEF: Kindersterblichkeit gesunken - 148 Millionen Kinder unternährt

NEW YORK/KÖLN (dpa). Die Kindersterblichkeit ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Dennoch sind 2007 weltweit 9,2 Millionen Kinder noch vor ihrem fünften Geburtstag gestorben, wie das UN-Kinderhilfswerks UNICEF am Donnerstag in New York berichtete.

UNICEF-Chefin Ann M. Veneman forderte mehr Anstrengungen, um das Überleben der Kleinsten zu sichern. Eines der Millenniumsziele der Vereinten Nationen lautet, die Kindersterblichkeit bis 2015 um zwei Drittel zu reduzieren - gemessen an 1990. Erreicht sei jedoch erst etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent).

1990 waren vor allem infolge von Unterernährung und Krankheiten 12,7 Millionen Kinder nicht einmal fünf Jahre alt geworden. 2006 war die Kindersterblichkeit bei den unter Fünfjährigen erstmals unter die Zehn-Millionen-Grenze gesunken. Die höchste Todesrate bei Kindern hat nach UNICEF-Angaben nach wie vor Afrika. In Sierra Leone, dem Land mit der höchsten Kindersterblichkeit der Welt, erleben 262 von 1000 Kindern ihren fünften Geburtstag nicht.

In den Industrieländern starben im vergangenen Jahr 6 von 1000 Kindern vor dem fünften Geburtstag

In den Industrieländern starben 2007 im Durchschnitt 6 von 1000 Kindern vor ihrem fünften Geburtstag, in den Entwicklungsländern waren es 68 Jungen und Mädchen. Bei mehr als einem Drittel der Todesfälle war im vergangenen Jahr Unterernährung die Ursache. UNICEF zufolge sind geschätzte rund 148 Millionen Jungen und Mädchen in den Entwicklungsländern derzeit unterernährt. Um diesen Kindern eine Chance zu geben, müsse die Hilfe dringend verstärkt werden.

Fortschritte machten laut UNICEF vor allem die Länder Laos, Bangladesch, Bolivien und Nepal, in denen sich die Kindersterblichkeit seit 1990 jeweils mehr als halbiert habe. Diese Staaten könnten voraussichtlich das UN-Millenniumsziel erreichen. Auch in Eritrea sei die Todesrate der unter Fünfjährigen um mehr als 50 Prozent gesunken, in Malawi, Mosambik, Niger und Äthiopien immerhin um mehr als 40 Prozent im Vergleich zu 1990.

www.unicef.org

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