Ärzte Zeitung online, 19.09.2008

Skandal um verdorbenen Reis in Japan - Agrarminister tritt zurück

TOKIO (dpa). In Japan sorgt ein Skandal um verdorbene Reis-Importe für Wirbel. Händler hatten Reisbestände der Regierung, die Pestizide oder Schimmelpilz enthielten und daher nur für industrielle Zwecke vorgesehen waren, illegal an Lebensmittelhersteller weiterverkauft.

Agrarminister Seiichi Ota übernahm am Freitag die Verantwortung für den Skandal und trat zurück. Er hatte zuvor noch gesagt, er sehe keinen Grund, so ein "Aufhebens" um den Reis zu machen, was ihm scharfe Kritik einbrachte. Der Reis stammte unter anderem aus China und Vietnam und war zum Beispiel zur Herstellung von Leim gedacht.

Stattdessen vertrieben Firmen wie die im Zentrum des Skandals stehende Mikasa Foods aus Osaka den von der Regierung angekauften Reis an Unternehmen, die daraus unter anderem Sake und Reiskekse herstellten. Diese Lebensmittel wurden unter anderem an Krankenhäuser und Altenheime geliefert. Berichte über Erkrankungen durch den verdorbenen Reis gibt es zwar nicht, doch löste der Skandal in der Bevölkerung große Besorgnis über die Lebensmittelsicherheit aus.

Erst kürzlich hatten Fälle von vergifteten Teigtaschen aus China und andere Lebensmittelskandale die Menschen in Japan verunsichert. Die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt ist in hohem Maß von Nahrungsimporten abhängig - mit etwa 40 Prozent hat Japan eine der niedrigsten Selbstversorgungsraten unter allen Industriestaaten.

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