Ärzte Zeitung online, 22.09.2008

Schönheit vererbt sich offenbar nur im selbem Geschlecht

HAMBURG (dpa). Eine Biologin aus der Schweiz möglicherweise eine Antwort auf die Frage gefunden, warum angesichts besserer Chancen attraktiver Partner eine Spezies insgesamt nicht schöner wird. Katharina Foerster von der Universität Neuchâtel in der Schweiz stellte bei Forschungen an Rotwild fest, dass jeweils der stattlichste Platzhirsch die am wenigsten anziehenden weiblichen Nachkommen hat.

Nach der Darwinschen Lehre wäre eigentlich zu erwarten, dass Gutaussehende ihre Gene erfolgreicher verbreiten als andere, weil sie als Väter und Mütter stärker begehrt sind, schreibt das Magazin "Geo". Dass dies nicht der Fall ist, dürfte der Biologin zufolge an entgegengesetzt wirkender Erbinformation (antagonistischen Genen) liegen. Das heißt: "Gute" Gene eines Elterntiers haben im jeweils anderen Geschlecht der nächsten Generation häufig einen negativen Effekt. So waren die Töchter jener Hirsche, welche die meisten Nachkommen zeugten, kaum begehrt und setzten weniger Kinder in die Welt als die weiblichen Nachkommen "unattraktiver" Väter.

Die Erbanlagen, die ein attraktiver Elternteil weitergibt, wirken sich nur an Kindern seines Geschlechts positiv aus. Einen solchen Mechanismus schließt Katharina Foerster auch beim Menschen nicht aus. Möglicher Sinn der antagonistischen Gene könnte sein, dass bei allzu vielen Schönlingen die genetische Vielfalt litte. Und dies würde eine Spezies schwächen.

Topics
Schlagworte
Panorama (30159)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »