Ärzte Zeitung online, 25.09.2008

Entspannungsmusik beim Autofahren schadet nicht

MAINZ (dpa). Wer beim Autofahren entspannende Musik hört, fährt nicht schlechter als ein Autofahrer, der keine Musik hört. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Mainz. Bei dem Test wurden 60 Probanden in einem Fahrsimulator mit ruhiger Musik beschallt, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.

Ältere Studien deuteten darauf hin, dass laute und auch schnelle Musik das Unfallrisiko beim Autofahren erhöhen könnten. Für ruhigere Musik scheine das hingegen nicht zu gelten. Den Angaben zufolge hören 90 Prozent aller Autofahrer im Fahrzeug Musik.

Ein Teil der Teilnehmer "fuhr" bei dem Test ohne Musik, der zweite Teil hörte ruhige, entspannende Klänge. "Im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Musik haben unsere Testpersonen im Fahrsimulator keine schlechtere Fahrleistung erbracht oder eine höhere Beanspruchung empfunden, wenn sie entspannende Musik gehört haben", sagte die Ärztin Dr. Britta Husemann. Sie wies allerdings darauf hin, dass es sich bei den Teilnehmern um Studenten im Alter von 18 bis 35 Jahren gehandelt habe. "Wir wissen aus der Literatur, dass es bei älteren Menschen anders sein kann."

Ermittelt wurde bei dem Test unter anderem die Reaktionsgeschwindigkeit der Teilnehmer. Außerdem fragten die Wissenschaftler die Probanden nach ihrem Befinden und maßen deren Herzfrequenz und Muskelanspannung.

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