Ärzte Zeitung online, 01.10.2008

China findet giftige Chemikalie in zwölf Prozent von Milchprodukten

PEKING (dpa). Im Skandal um gesundheitsschädliche Milch in China haben die Behörden bei der jüngsten Testserie in zwölf Prozent der untersuchten Lieferungen von Milchprodukten die verbotene Chemikalie Melamin gefunden. Bei Besuchen von zwei Milchbetrieben in der Provinz Anhui sicherte Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao eine bessere Aufsicht über die Milchindustrie zu.

"Nahrungsmittelsicherheit hängt direkt mit dem Wohlergehen der breiten Volksmassen zusammen", sagte der Präsident nach Angaben amtlicher Medien vom Mittwoch. Die Unternehmen sollten Lehren aus dem Milchskandal ziehen.

Landwirtschaftsminister Sun Zhengcai versprach langfristig ein einheitliches Aufsichtssystem über den Milchaufkauf in China. Der Panscherei mit Melamin, mit dem minderwertige oder verwässerte Milch künstlich aufgebessert werden kann, werde ein Ende bereitet, versprach der Minister. Jede Milchsammelstelle werde überprüft.

Durch die Chemikalie, die in der Industrie als Bindemittel benutzt wird, sind mehr als 50 000 Säuglinge in China an Nierensteinen erkrankt (wir berichteten). Rund 10 000 liegen nach jüngsten Angaben noch in Krankenhäusern. Drei Todesfälle sind bestätigt.

Die laufenden Tests wurden von Milchpulver für Säuglinge auch auf Frischmilch, Joghurts und andere Produkte ausgeweitet. Während amtliche chinesische Medien immer hervorhoben, dass die Mehrheit der Milchprodukte sicher sei, wurden in der genannten jüngsten Untersuchungsserie in 31 von 265 Lieferungen die Chemikalie gefunden, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua hervorging.

Fast eine Million Tests seien schon gemacht worden. Mehr als 8200 Tonnen Milchprodukte seien dabei aus dem Verkehr gezogen worden. Zwei Dutzend große Milchunternehmen sind betroffen.

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Melamin kristallisiert in Nierentubuli und macht Nekrosen

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