Ärzte Zeitung online, 02.10.2008

Nach Skandal in China: Melamin in Milchshake in Österreich entdeckt

WIEN (dpa). Nach dem Milchskandal in China haben Behörden die giftige Chemikalie Melamin in einem Milchshake in Österreich entdeckt. Das in einem Chinarestaurant in Graz angebotene Getränk habe den Grenzwert überschritten, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA.

Der Restaurantbesitzer habe den Shake von einem Asia-Händler in Wien, dort seien alle Getränke dieser Art vom Markt genommen worden. Weitere mit Melamin verseuchte Produkte hätten die Kontrolleure aber bisher nicht gefunden, so die APA.

Die Chemikalie, die in der Industrie als Bindemittel benutzt wird, ist in China Milchprodukten beigemischt worden.

Das österreichische Gesundheitsministerium warnte vor einer Panikreaktion, für Erwachsene bestehe ohnehin keine Gefahr. Bisher hatten österreichische Behörden 184 Lebensmittelproben auf Melamin untersucht. 107 dieser Tests waren unauffällig, für die restlichen steht das Ergebnis noch aus.

Melamin-Bonbons: Bisher keine weiteren Funde in Deutschland

Nach dem Fund von verseuchten Milchbonbons aus China in einem Asia-Laden in Stuttgart haben die deutschen Behörden ihre Kontrollen verstärkt. Bis zum Donnerstagmittag hat es aber nach offiziellen Angaben keine weiteren Entdeckungen von Melamin in chinesischen Produkten gegeben. Man habe nichts Besorgnis erregendes gefunden, teilte das Verbraucherschutzministerium von Niedersachsen am Donnerstag mit. Auch in Hamburg und anderen Ländern überprüften die Behörden Asia- Märkte auf belastete Milchbonbons oder Kekse.

Nach dem Milchskandal in China waren in Stuttgart mit der Industriechemikalie Melamin verseuchte Bonbons der Marke "White Rabbit" aufgetaucht. Hersteller und Vertreiber riefen die Karamellen zurück (wir berichteten). Beim Verzehr einzelner Bonbons besteht keine Gefahr.

Durch die Chemikalie sind nach offiziellen Angaben in China mehr als 50 000 Säuglinge an Nierensteinen erkrankt. Drei Todesfälle sind bestätigt (wir berichteten).

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