Ärzte Zeitung online, 08.10.2008

Nobelpreis für Chemie für Arbeiten mit dem grünen Quallenprotein

STOCKHOLM (dpa). Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die Amerikaner Osamu Shimomura, Martin Chalfie und Roger Tsien. Sie haben das grünlich leuchtende Protein einer Qualle zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Biologie gemacht.

Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Mit dem Protein können viele Zellen sichtbar gemacht werden, um ihre Entwicklung im Körper verfolgen zu können. Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr mit umgerechnet einer Million Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Der Nobelpreis für Physik ging in die USA und Japan

Am Dienstag hatte die Akademie den Physik-Nobelpreis für bahnbrechende Erkenntnisse zur Existenz des Universums an die Physiker Yoichiro Nambu (USA), Makoto Kobayashi (Japan) und Toshihide Maskawa (Japan) vergeben. Sie lieferten entscheidende Beiträge für das Standardmodell, mit dem die moderne Physik den Kosmos erklärt.

Nambu (87) arbeitet an der Universität von Chicago und erhält eine Hälfte der Auszeichnung. "Nambu hatte die grundlegenden großartigen Ideen. Die anderen beiden haben sich später eines ungelösten Problems dabei angenommen", erklärte Lars Brink, Mitglied des Nobel-Komitees. Kobayashi (64) von der japanischen Gesellschaft für die Förderung der Wissenschaften in Tokio und Maskawa (68) an der Universität von Kyoto teilen sich denn auch die zweite Hälfte.

Die Preisträger haben sich seit mehr als drei Jahrzehnten mit einem theoretischen Konzept namens Symmetriebrechung befasst. Solche Vorgänge werden unter anderem herangezogen, um die Existenz der Materie zu erklären, denn deren Vorhandensein ist keinesfalls selbstverständlich. Nach Ansicht der Forscher entstanden beim Urknall vor rund 14 Milliarden Jahren etwa gleiche Mengen von Materie und Antimaterie. Warum löschten sich diese Partikel mit ihren exakt entgegengesetzten Eigenschaften nicht gegenseitig aus, wie es zu erwarten wäre?

Heute lassen sich im Universum keine signifikanten Mengen Antimaterie nachweisen, wohl aber sehr viel Materie - Galaxien, Planeten, Menschen, Wäscheklammern. Wo blieb aber die ganze Antimaterie? Eine mögliche Erklärung könnten feine und unerwartete Unterschiede in den Eigenschaften von Materie und Antimaterie sein. Offenbar ist die Symmetrie von Materie und Antimaterie "verletzt". Die exakten Ursachen sind bis heute nicht gefunden, Aufschluss wird von neuen Experimenten am Teilchenbeschleuniger LHC am europäischen Teilchenforschungszentrum CERN erhofft.

Die nun geehrten Forscher schufen mit ihren Ideen und Formeln ein genaueres Bild von Symmetriebrüchen. Kobayashi und Maskawa sagten dabei unter anderem die Existenz einer dritten Generation von Quarks voraus - und behielten Recht.

Der Nobelpreis für Medizin erhielten der Heidelberger Krebsforscher Harald zur Hausen und die französischen Entdecker des Aidsvirus

Der diesjährige Medizin-Nobelpreis war am Montag dem Heidelberger Krebsforscher Professor Harald zur Hausen zuerkannt worden. Er entdeckte, dass Viren den gefährlichen Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Er teilt sich die Auszeichnung mit den Franzosen Luc Montagnier und Françoise Barré-Sinoussi, die das Aidsvirus entdeckten (wir berichteten).

Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

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