Ärzte Zeitung online, 15.10.2008

Erstes "Designer-Baby" Spaniens geboren

SEVILLA (dpa). Erstmals ist in Spanien ein sogenanntes Designer-Baby geboren worden. Der kleine Javier soll seinem sechs Jahre alten Bruder Andrés das Leben retten. Dieser leidet an Beta-Thalassämie, einer genetisch bedingten Bluterkrankung, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

Nach einer künstlichen Befruchtung hatten die Ärzte der Klinik Virgen del Rocío in Sevilla mithilfe der Präimplantationsdiagnostik denjenigen Embryo ausgewählt, dessen Gewebemerkmale am besten mit denen von Andrés übereinstimmten. Javier ähnelt seinem Bruder genetisch, so dass sich Zellen aus seinem Nabelschnurblut zu einer Blut-Stammzelltransplantation eignen. Die Chancen auf Heilung lägen bei 70 bis 90 Prozent, sagten die Ärzte. In Deutschland ist die Auswahl von Embryonen verboten.

In Großbritannien war bereits im März 2003 ein Baby auf diese Weise entstanden. Es sollte seinen damals vierjährigen kranken Bruder Charlie das Leben retten, der dringend Blutstammzellen benötigte. Nach einer künstlichen Befruchtung hatten damals US-Ärzte in Chicago denjenigen Embryo ausgewählt, dessen Gewebemerkmale am besten mit denen von Charlie übereinstimmten. Inzwischen ist das Verfahren unter anderem auch in Großbritannien und Schweden erlaubt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »