Ärzte Zeitung online, 16.10.2008

Nanotubes gefährden Regenwürmer - und die Lungen von Menschen

ROSKILDE (dpa). Die in der Elektronik immer häufiger verwendeten Nanoröhrchen gefährden die Fortpflanzung von Regenwürmern. Das ermittelte ein Team vom dänischen Umweltforschungszentrum in Roskilde. Die mikroskopisch kleinen Röhrchen aus Kohlenstoff stehen auch im Verdacht, beim Menschen Lungenkrankheiten ähnlich der Asbestose zu verursachen. Nanoröhrchen (Nanotubes) wird eine große Zukunft vorausgesagt.

Die dänischen Forscher um Janeck Scott-Fordsmand mischten nun Nanoröhrchen unter das Futter von Regenwürmern. Je höher die Dosis ausgefallen sei, umso weniger Kokons mit Nachwuchs hätten die Würmer produziert, hieß es weiter. Scott-Fordsmand warnte vor den möglichen Folgen von Nanotubes als Umweltbelastung im Erdreich. Wenn die Regenwürmer fehlen, könne der Boden für Nutzpflanzen unbrauchbar werden. Zudem sei die Artenvielfalt gefährdet. Auf welche Weise die nur wenige Millionstel Millimeter kurzen Röhrchen den Würmern schaden, berichtet das Magazin nicht.

Der US-Nanoröhrchen-Experte Andrew Maynard vom Woodrow-Wilsen-Zentrum in Washington DC nannte die Ergebnisse der Studie "nützlich". Es sei aber weiter offen, ob die Röhrchen wirklich größeren Einfluss auf die Umwelt hätten als andere Nanomaterialien.

Abstract der Studie "The toxicity testing of double-walled nanotubes-contaminated food to Eisenia veneta earthworms" in Ecotoxicology and Environmental Safety

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »