Ärzte Zeitung online, 17.10.2008

Wirbel in Spanien um niederländisches Abtreibungsschiff

VALENCIA (dpa). Ein niederländisches Abtreibungsschiff sorgt in Spanien für Wirbel. Bei der Ankunft des Seglers der Organisation "Women on Waves" (WoW) in Valencia musste die Polizei eingreifen, um Zusammenstöße zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern zu verhindern. Ein Schlepper der Hafenbehörde, die der konservativen Regionalregierung untersteht, hat versucht, das Anlegen des Schiffes zu verhindern.

Auf der "Menina" soll Frauen in internationalen Gewässern vor der Küste der ostspanischen Stadt die Abtreibungspille verabreicht werden. Chirurgische Eingriffe unternimmt die von der niederländischen Frauenärztin Rebecca Gomperts gegründete Organisation auf dem Schiff nicht. Mit der Aktion wollen WoW und spanische Frauenverbände gegen das restriktive Abtreibungsrecht in Spanien protestieren.

Nach der derzeitigen Gesetzgebung sind Schwangerschaftsabbrüche in dem Land nur nach Vergewaltigungen, bei Missbildungen des Fötus sowie bei Gefahren für die physische oder psychische Gesundheit der Schwangeren erlaubt. Der letzte Punkt lässt einen weiten Ermessensspielraum zu.

Die große Mehrheit der jährlich rund 100 000 Abtreibungen wird in Privatkliniken vorgenommen. Die sozialistische Regierung will das Gesetz aus dem Jahr 1985 jedoch lockern. Ziel ist eine Fristenlösung, wie sie in den meisten anderen europäischen Staaten gilt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »