Ärzte Zeitung online, 20.10.2008

Gebühren schrecken vom Studium ab - Studie bisher unter Verschluss

BERLIN (dpa). Studiengebühren schrecken doch deutlich mehr junge Menschen vom Studium ab als bisher angenommen. Dies zeigt eine Studie im Auftrag von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Die Untersuchung wird seit Wochen in ihrem Ministerium unter Verschluss gehalten, sie liegt nach eigenen Angaben der dpa in Berlin vor.

Danach haben allein vom Abiturienten-Jahrgang 2006 bis zu 18 000 junge Menschen wegen der neuen Gebühren kein Studium aufgenommen. 2006 hatten erst zwei Bundesländer - Niedersachsen und Nordrhein- Westfalen - Gebühren verlangt. Danach erfolgte ihre Einführung in fünf weiteren unionsgeführten Ländern. Insbesondere Frauen und junge Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern verzichten der Untersuchung zufolge wegen der Gebühren häufiger auf das Studium.

Die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), forderte am Montag die unverzügliche Veröffentlichung der Studie. Sie habe schon vor Wochen eine Unterrichtung durch das Ministerium verlangt. Die Ergebnisse dürften vor dem Bildungsgipfel von Bund und Ländern "nicht vertuscht werden", sagte Burchardt. Das Thema gehöre auf den Bildungsgipfel am Mittwoch in Dresden.

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