Ärzte Zeitung online, 22.10.2008

Ozonwerte überschritten auch im Sommer 2008 häufig den EU-Zielwert

HAMBURG (dpa). Die höchsten Ozonwerte im Sommer dieses Jahres lagen keinesfalls in den Innenstädten, sondern am Stadtrand oder auf dem Land. So wurden die europaweiten Zielwerte für bodennahes Ozon am häufigsten in hessischen und baden-württembergischen Landkreisen überschritten.

Am sauberen Ende der Ozonstatistik finden sich hingegen viele Messstellen in städtischen Gebieten, etwa in Bielefeld, Rostock, München und Passau. Das ergibt eine Auswertung der Daten von rund 280 Messstationen des Umweltbundesamtes (UBA) durch dpa-RegioData.

Dass die Ozonbelastung in den Innenstädten in der Regel geringer ist als auf dem Land, erscheint auf den ersten Blick paradox. Denn das Reizgas entsteht zumeist im Straßenverkehr, wo Stickstoffoxide in den Abgasen freigesetzt und mit Hilfe von Sonnenenergie zu Ozon umgewandelt werden.

Doch nicht alle Stickstoffoxide wirken gleichsam an der Ozonbildung mit: "Autoabgase enthalten auch Stickstoffmonoxid, das wiederum zum Abbau des Ozons beiträgt und damit zu einer niedrigeren Ozonbelastung in den Innenstädten führt", sagte Ute Dauert, Meteorologin beim Umweltbundesamt in Dessau. Zudem würden Vorläuferstoffe des Ozons mit dem Wind aus der Stadt ins Umland transportiert und trügen ­ entfernt von ihren eigentlichen Quellen ­ zur Ozonbildung bei. Dort aber werden sie mangels Stickstoffmonoxid aus dem Autoverkehr weniger stark abgebaut.

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