Ärzte Zeitung online, 22.10.2008

Abgeschalteter CERN-Beschleuniger offiziell eingeweiht

Genf (dpa). Der europäische Teilchenbeschleuniger LHC ist am Dienstag offiziell eingeweiht worden - obwohl er derzeit gar nicht funktioniert. Bei der Feier beim Europäischen Teilchenphysiklabor CERN in Genf fehlten sowohl der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der stattdessen Premierminister François Fillon schickte, wie auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Sie wurde von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) vertreten. Mithilfe der Anlage soll unter anderem der Ursprung des Universums erforscht werden.

Der im Grenzgebiet von Frankreich und der Schweiz liegende riesige unterirdische Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider" (LHC) war nach 13 Jahren Bauzeit Anfang September in Betrieb gegangen. Kurz danach fiel er nach einer Panne im Kühlsystem aus und soll nun erst im Frühjahr nächsten Jahres wieder aktiviert werden.

Rascher als erwartet war es den CERN-Technikern nach dem Start am 10. September gelungen, zwei Protonenstrahlen in die 26,7 Kilometer langen Vakuumröhren des LHC einzuschießen (wir berichteten). Derzeit wird die Maschine genauer auf Schäden untersucht, nachdem sie sich wieder auf Raumtemperatur erwärmt hat. Ist die Anlage aktiv, liegt ihre Betriebstemperatur bei minus 271,3 Grad. Bei dieser Weltraumtemperatur sollen Atomkerne fast mit Lichtgeschwindigkeit kontrolliert aufeinander zurasen, die Daten des Aufpralls werden von vier Detektoren erfasst.

Dem Forschungszentrum zufolge hat der Bau des Ringbeschleunigers rund drei Milliarden Euro gekostet. Aus Deutschland flossen nach Angaben des Bundesforschungsministeriums rund 800 Millionen Euro in den LHC - über den von den Mitgliedstaaten getragenen CERN-Etat. Deutschland ist der größte Geldgeber des CERN.

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Genfer Teilchenbeschleuniger LHC soll Ende April 2009 wieder arbeiten

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