Ärzte Zeitung online, 22.10.2008

Neunjähriges Albino-Mädchen in Tansania ermordet - für Zaubergetränk

NAIROBI/DARESSALAM (dpa). Ein neunjähriges Albino-Mädchen ist in Tansania grausam ermordet worden. Fünf Männer seien bereits festgenommen worden, die verdächtigt werden, das Mädchen erst getötet und dann seine Beine abgehackt zu haben, berichtete der britische Rundfunksender BBC am Dienstag.

Damit wurden in dem ostafrikanischen Land innerhalb eines Jahres etwa 30 an der seltenen Pigmentstörung leidenden Menschen getötet. Im benachbarten Burundi kam es zu drei ähnlichen Mordfällen.

Kriminelle Medizinmänner mischen aus Körperteilen oder Blut getöteter Albinos "Zaubertränke", die den Käufern zu Reichtum verhelfen sollen. In Afrika leben Albinos und ihre Familien oft am Rand der Gesellschaft, da die Geburt eines an Albinismus leidenden Kindes als "schlechtes Omen" gilt.

Albinos haben keine Pigmente, die die Haut vor Sonneneinstrahlung schützen. Weltweit sind Schätzungen zufolge rund 20 000 Menschen von Albinismus betroffen, der Albinoverband in Tansania schätzt die Zahl jedoch noch wesentlich höher. Der tansanische Präsident Jakaya Kikwete hatte bereits mehrfach ein hartes Vorgehen gegen die Banden angedroht, die Albinos töten und eine von Albinismus betroffene Frau ins Parlament berufen.

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