Ärzte Zeitung online, 24.10.2008

"Öko-Test": Holzpuzzles für Kleinkinder enthalten oft Schadstoffe

FRANKFURT/MAIN (dpa). Holzpuzzles für Kleinkinder sind "Öko-Test" zufolge häufig mit Schadstoffen belastet und zudem schlecht verarbeitet. Bei 4 der insgesamt 20 getesteten Puzzles sei der Grenzwert für Formaldehyd überschritten worden, berichtete das Frankfurter Verbrauchermagazin.

Das stechend riechende Gas kann zu Schleimhautreizungen und Kopfschmerzen führen und gilt als krebserregend. Bei einem weiteren der Puzzles wurde der vom Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlene Grenzwert für Spielzeug "Öko-Test" zufolge erreicht. Drei Puzzle seien "deutlich belastet" gewesen, der Formaldehyd-Wert habe aber unterhalb der Grenze gelegen. "Wirklich empfehlen können wir kein einziges Holzpuzzle", schließt die Redaktion.

Das Formaldehyd sei wahrscheinlich im Leim von billigem Sperrholz enthalten, aus dem die Puzzle produziert wurden, hieß es weiter. Zudem habe man bei der Mehrheit der Puzzles in der Lackschicht sogenannte Phthalate gefunden. Diese Weichmacher stehen im Verdacht, wie Hormone zu wirken und so Krankheiten auszulösen. Die Druckfarben der Spielzeuge enthielten dem Magazin zufolge Benzophenon, eine Allergien auslösende Substanz.

Viele der Puzzle enthielten nicht nur bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe, sondern waren auch noch "so schlampig verarbeitet, dass sie für kleine Kinder zum Sicherheitsrisiko werden können". Fünf Puzzles enthielten demnach verschluckbare Kleinteile. Nur 4 von 16 Holzpuzzles erfüllten die altersgemäßen Sicherheitsanforderungen - das mit knapp 20 Euro teuerste Produkt eines deutschen Herstellers war nicht darunter.

"Öko-Test" rät Eltern, vor Gebrauch zu testen, ob sich Splitter lösen oder Griffe abgehen. Zudem sei Produkten der Vorzug zu geben, die aus massivem Holz und nicht verklebt sind.

www.oekotest.de

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