Ärzte Zeitung online, 24.10.2008

Rotes Kreuz beklagt medizinische Versorgung im Gazastreifen

GAZA (dpa). Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat mit großer Sorge auf die Lage von mehreren hundert schwer kranken Palästinensern im Gazastreifen hingewiesen, die dringend benötigte Medikamente nicht mehr erhalten.

Aufgrund der praktisch zum Erliegen gekommenen Zusammenarbeit zwischen der Palästinenserführung in Ramallah und der radikalen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen komme nur noch ein Bruchteil an Medikamenten an, teilte die IKRK-Koordinatorin Eileen Daly am Donnerstag in Gaza mit.

Als Folge des seit August anhaltenden Streiks von Mitarbeitern im Gesundheitswesen können Krankenhäuser den Angaben zufolge den Patienten nicht mehr eine angemessene Fürsorge angedeihen lassen. Einweisungen in Krankenhäuser seien um 20 Prozent und Operationen um 40 Prozent zurückgegangen. Kinder, die an der Stoffwechselkrankheit zystische Fibrose leiden, bekommen nach den Worten von Daily seit einer Woche keine medikamentöse Behandlung mehr.

Die IKRK-Koordinatorin forderte die Palästinenserbehörden in Ramallah und Gaza auf, umgehend sicherzustellen, dass Medikamente und medizinische Geräte in Gaza in ausreichendem Maße vorhanden sind. Darüber hinaus müsse Israel eine fristgemäße Lieferung gewährleisten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromissvorschlag wieder zurückgezogen

Kaum verkündet, ist der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Die genauen Gründe sind unklar. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »