Ärzte Zeitung online, 29.10.2008

Psychologen: Männer erkennen Seitensprünge besser als Frauen

LONDON (dpa). Männer können einer US-Studie zufolge besser erkennen als Frauen, ob ihr Partner fremdgeht. Diese Beobachtungen machten aus Sicht der Evolution durchaus Sinn, so die Forscher: Männer haben viel mehr zu verlieren. Denn anders als Frauen könnten sie nie ganz sicher sein, ob ein Baby tatsächlich von ihnen ist.

Forscher um Dr. Paul Andrews von der Virginia Commonwealth Universität in Richmond hatten 203 junge, heterosexuelle Paare vertrauliche Fragebögen ausfüllen lassen. Darin sollten sie angeben, ob sie selbst jemals fremdgegangen waren und ob sie Seitensprünge bei ihrem Partner vermuteten oder sogar entdeckt hatten.

29 Prozent der Männer und 18,5 Prozent der befragten Frauen gaben Seitensprünge zu. Zwar konnten 80 Prozent der Frauen die Treue ihres Partners korrekt einschätzen, aber die Männer waren mit einer Trefferquote von 94 Prozent noch besser. Sie hatten 75 Prozent der in der Befragung zugegebenen Seitensprünge entdeckt, die Frauen dagegen nur 41 Prozent. Generell seien Männer allerdings auch viel misstrauischer als Frauen und vermuteten öfter als diese fälschlich Untreue bei ihrem Partner (New Scientist 2680, 2008, 11).

Diese Beobachtungen machten aus Sicht der Evolution durchaus Sinn, erläuterte Andrews: "Männer haben viel mehr zu verlieren." Denn anders als Frauen könnten sie nie ganz sicher sein, ob ein Baby tatsächlich von ihnen ist. "Wenn eine Frau untreu ist, kann das den Mann die Chance zur eigenen Fortpflanzung kosten und er investiert seine Kraft und Mühe darin, den Nachwuchs eines anderen Mannes aufzuziehen."

Die US-Forscher werden ihre Analyse in der Dezemberausgabe des Fachjournals "Human Nature" (19, 2008, 347) vorstellen.

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