Ärzte Zeitung online, 14.11.2008

Großer Erdbebendrill in Kalifornien für "The Big One"

LOS ANGELES (dpa). Millionen Kalifornier haben am Donnerstag den Ernstfall geprobt: Die Notfalldienste des Westküstenstaates spielten ein Katastrophenszenario mit einem hypothetischen Erdbeben der Stärke 7,8 durch. An dem "Great Southern California ShakeOut" sollten nach Angaben der Organisatoren mehr als fünf Millionen Bürger und fünftausend Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Behörden teilnehmen.

Bei der Übung in Schulen, Universitäten, Büros und öffentlichen Einrichtungen wurden die Menschen angewiesen, wie bei bei einem richtigen Erdbeben, Deckung zu suchen.

Notdienste simulierten sofortige Hilfsmaßnahmen. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger wurde nach Angaben seines Büros per Hubschrauber zu einer Einsatzzentrale geflogen, um von dort den Ablauf der Hilfsübung zu übersehen.

Bei einem echten Beben der Stärke 7,8 in Südkalifornien könnten nach Einschätzung von Wissenschaftlern 1800 Menschen ums Leben kommen und mehr als 53 000 Menschen verletzt werden. Der Sachschaden wurde mit mehr als 200 Milliarden Dollar (156 Mrd Euro) veranschlagt.

"Dies ist unsere Variante des großen Bebens in San Francisco im Jahr 1906", sagte Lucy Jones, Seismologin der Behörde U.S. Geological Survey. Das letzte schwere Beben in Südkalifornien mit tödlichen Folgen liegt 14 Jahre zurück. Bei dem Northridge-Beben im Januar 1994 mit einer Stärke von 6,7 starben 57 Menschen. Es entstand ein Milliardenschaden. Fünf Jahre zuvor waren bei einem Erdbeben der Stärke 6,9 in San Francisco 67 Menschen getötet und mehr als 3000 verletzt worden.

Nach einer im April veröffentlichten Studie soll Kalifornien in den nächsten 30 Jahren mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit von einem schweren Erdbeben der Stärke 6,7 oder mehr erschüttert werden. Ein noch schwereres Beben der Stärke 7,5 oder mehr sei zu 46 Prozent wahrscheinlich, hieß es. Der Großraum Los Angeles ist nach den Berechnungen der Seismologen mehr gefährdet als die Region um San Francisco im Norden des Staates.

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