Ärzte Zeitung online, 19.11.2008

IZT-Zukunftspreise 2008 gehen an Kinderprojekte

BERLIN (eb). Der internationale Zukunftspreis 2008 des gemeinnützigen Berliner IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung geht heute an Projekte und Initiativen, die für ihre zukunftsweisende Arbeit mit Kindern ausgezeichnet werden.

Der IZT-Zukunftspreis steht alle zwei Jahre unter einem anderen Zukunftsthema. In diesem Jahr geht es um Kinder. Eines der ausgezeichneten Projekte ist "Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern". Sie gelten als "vergessene Kinder" - die Kinder psychisch kranker Eltern. Der Berliner Jugendhilfeträger AMSOC e.V. weist deshalb kontinuierlich und mit Nachdruck auf die gesundheitliche Gefährdung dieser Kinder hin.

In einem Modellprojekt hat AMSOC einigen dieser Kinder drei Jahre lang Patinnen und Paten vermittelt, die ihnen im Alltag zur Seite stehen und sie in Krisenzeiten bei sich aufnehmen. Auf diese Weise bekommen diese Kinder über Jahre hinweg eine verlässliche und berechenbare Bezugsperson, die bereit ist, gerade dann einzuspringen, wenn die meist allein erziehende Mutter oder der allein erziehende Vater in akuten Krankheitsphasen nicht mehr für die Kinder sorgen kann.

Deutschlandweit gibt es nach Schätzungen weit über eine Million Kinder, um die sich das Gesundheitssystem gar nicht kümmert und bei denen die Jugend- und Sozialämter bisher kaum Möglichkeiten haben, helfend einzugreifen.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Projekt "Stadt der Kinder" in Potsdam. "Stadt der Kinder" entsteht jeweils für zwei Wochen in den Sommerferien. Im Wohnviertel "Am Schlaatz" besetzen Kinder ein Waldstück und lassen mit echtem Werkzeug und Holzbaumaterial ihre Welt entstehen. Der Potsdamer Oberbürgermeister verlieh im Sommer 2008 der "Stadt der Kinder" das Stadtrecht.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Projekt "Grundschule im Grünen - Malchower Grashüpfer e.V." An der staatlichen "Grundschule im Grünen" im Berliner Bezirk Lichtenberg lernen Kinder, Verantwortung für Tiere und Natur zu übernehmen. Bei ihnen steht - und das ist einmalig in Deutschland - zusätzlich das Fach "Umweltlehre" auf dem Stundenplan. Die Kinder beschäftigen sich mit Zukunftsfragen wie alternativen Energiequellen, Ozonloch oder artgerechter Tierhaltung. Der Unterricht ist dabei alles andere als graue Theorie: Dafür sorgt schon der schuleigene Bauernhof mit seinen über 180 Tieren. Der Verein "Malchower Grashüpfer" unterstützt die Schule und bietet darüber hinaus auch über die Stadtteilgrenzen hinweg Projekte zur Umweltbildung an.

www.izt.de

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