Ärzte Zeitung online, 26.11.2008

Deutscher Arzt darf mit behindertem Sohn in Australien bleiben

SYDNEY (dpa). Ein deutscher Arzt mit einem behinderten Sohn darf nach anfänglicher Ablehnung nun doch in Australien bleiben. Der Einwanderungsminister persönlich musste sich allerdings über die Entscheidung seiner Behörden hinwegsetzen, um Bernhard Möller und seiner Familie mit dem an Down Syndrom erkrankten Sohn Lukas ein Dauerbleiberecht einzuräumen.

"Wir sind einfach nur glücklich", sagte Müller am Mittwoch. Einwanderungsminister Chris Evans machte nun geltend, dass Möller mit seinem Einsatz als Arzt einen wichtigen Dienst für die australische Gesellschaft leiste.

Der Arzt aus Bad Driburg war 2005 nach Horsham an der Ostküste gegangen, wo akuter Ärztemangel herrscht. Er wollte sich mit seiner Familie dort jetzt gänzlich niederlassen. Der Antrag auf ein Dauervisum wurde aber zur Empörung der australischen Öffentlichkeit abgelehnt, weil Möllers Sohn Lukas (13) an dem Gendefekt Down Syndrom leidet (wie berichtet). Die Kosten für eine mögliche Pflege des Kindes könnten den australischen Steuerzahlern nicht zugemutet werden, hieß es. Auch Möllers Einspruch gegen den Bescheid wurde abgelehnt.

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