Ärzte Zeitung online, 28.11.2008

Bundesverbraucherministerium prüft Eier-Betrug

BERLIN (dpa). Das Bundesverbraucherministerium untersucht den Vorwurf der Tierschutzorganisation Peta wegen angeblich millionenfacher Falsch-Etikettierung von Eiern. "Wir sind mitten in der Prüfung", sagte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag in Berlin.

Die Länder seien aber grundsätzlich zuständig. Auch das Agrarministerium Sachsen-Anhalts begann am Donnerstag mit den Überprüfungen. Mitarbeiter wollen mit der Geschäftsführung des beschuldigten Biogeflügelhofs sprechen, den Hof besichtigen und Einblicke in Unterlagen nehmen. Mit Ergebnissen sei erst in den kommenden Tagen zu rechnen, sagte ein Sprecher.

Nach Angaben von Peta soll ein Hof in Brandenburg Eier aus tierquälerischer Produktion als Freiland- und Bio-Eier ausgezeichnet haben (wir berichteten). Ein Bio-Hof in Sachsen-Anhalt soll die als Bioprodukte deklarierten Eier mit vertrieben haben. Beide Unternehmen wiesen die Vorwürfe bereits zurück. Nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums gibt es zudem keine Hinweise, dass die betreffenden Eier flächendeckend in den Handel kamen.

Das Potsdamer Agrarministerium wies unterdessen die Vorwürfe von Tierschützern zur angeblich falschen Etikettierung von Eiern aus Brandenburg zurück. "Es gibt keine Anhaltspunkte für ein pflichtwidriges Verhalten", sagte Sprecher Achim Wersin. Der Referatsleiter Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit im brandenburgischen Agrarministerium, Lutz Desselberger, betonte: "Es gibt keinerlei Hinweise auf Unstimmigkeiten bei der Etikettierung." Zudem ergänzte er, dass von dem von Peta beschuldigten Hof in Brandenburg auch Bio-Eier kämen, diese Hallen seien allerdings von einem Unternehmen aus Sachsen-Anhalt angemietet.

Peta hatte angekündigt, gegen die beiden Betriebe Anzeige wegen Betrugs und Tierquälerei zu erstatten. Bis zum Donnerstagnachmittag waren aber weder bei der Staatsanwaltschaft Potsdam noch in Halberstadt Anzeigen eingegangen.

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