Ärzte Zeitung online, 01.12.2008

Helfer befürchten bis zu 10 000 Cholera-Tote in Simbabwe

JOHANNESBURG (dpa). Im afrikanischen Krisenstaat Simbabwe befürchten Hilfsorganisationen nach Medienberichten bis März 2009 rund 10 000 Tote und 60 000 Infizierte durch die grassierende Cholera-Epidemie. Allein in der vergangenen Woche hat sich die Zahl der Infizierten auf 11 071 verdoppelt.

Seit Ausbruch der Epidemie vor sieben Wochen seien 425 Menschen an der Infektionskrankheit gestorben, erklärte Gesundheitsminister David Parirenyatwa der staatlich kontrollierten Zeitung "The Herald" (Sonntagausgabe).

Nach Ansicht von Experten ist die Todeszahl jedoch mindestens fünfmal so hoch. Die Zahl der Cholera-Opfer gilt als ungenau, da viele Familien ihre toten Angehörigen nicht mehr melden könnten. Zudem würden nur die Fälle gezählt, die sich zur Behandlung gemeldet haben. Besonders betroffen ist nach offiziellen Angaben die Hauptstadt Harare.

In der Budiriro-Klink - eines von zwei Behandlungszentren, das noch geöffnet ist - sei die Zahl der Betroffenen innerhalb einer Woche von 150 auf 500 pro Tag gestiegen. Hilfsorganisationen wie Welthungerhilfe, Ärzte ohne Grenzen oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Medien zufolge angesichts des völligen Zusammenbruchs des öffentlichen Dienstes bisher die einzigen, die den Betroffenen Hilfe anböten. Die meisten Krankenhäuser seien geschlossen, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sei ungenügend.

Die Krankheit greife zudem bereits auf Nachbarländer wie Südafrika über, wo sechs Cholera-Tote gezählt wurden. Mit dem Einsetzen des Sommerregens auf der Südhalbkugel und dem Kollaps vieler Gesundheitsbehörden drohe eine humanitäre Katastrophe, warnen Hilfsorganisationen bereits seit längerem.

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