Ärzte Zeitung online, 02.12.2008

Tod von sechs Babys in China durch Melamin in Milchpulver bestätigt

PEKING (dpa). Mit Melamin gepanschte Milch hat in China mindestens sechs Säuglingen das Leben gekostet. Vier Monate nach der Enthüllung des Milchskandals liegen immer noch 861 Kleinkinder mit Nierenproblemen im Krankenhaus. Davon sind 154 in einem schlechten, aber stabilen Zustand, wie das Gesundheitsministerium in Peking nach Angaben der amtlichen chinesischen Medien vom Dienstag mitteilte.

An dem verseuchten Milchpulver sind insgesamt 294 000 Kinder erkrankt, teilte das Ministerium mit. Von ihnen mussten 51 900 stationär behandelt werden (wie berichtet). Meist haben sich bei den Säuglingen durch das Milchpulver Nierensteine gebildet. Die Panscherei wurde in weiten Teilen der Milchindustrie in China betrieben. Mit dem Zusatz von Melamin in der Milch wurde ein hoher Proteingehalt und damit eine bessere Qualität vorgetäuscht.

Wie das Gesundheitsministerium berichtete, konnte der Tod von sechs Babys offiziell bestätigt werden. Unklar blieb jedoch, ob drei bereits früher berichtete Todesfälle dabei mitgezählt wurden. Zwei der bestätigten Todesfälle wurden aus der Provinz Gansu berichtet, während jeweils einer aus den Provinzen Jiangxi, Zhejiang, Guizhou und Shaanxi gemeldet wurde.

Mit Melamin, das in der Industrie als Bindemittel eingesetzt wird, ist in China auch Viehfutter künstlich "aufgebessert" worden. Die Chemikalie wurde dadurch bereits auch in Eiern und Eiprodukten gefunden (wie berichtet).

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