Ärzte Zeitung online, 02.12.2008

Melamin auch in Backtriebmittel für Lebkuchen entdeckt

STUTTGART (dpa). In milchhaltigen Bonbons und Keksen aus China ist die Chemikalie Melamin bereits nachgewiesen worden: Nun wurde der gesundheitsschädigende Stoff auch in Hirschhornsalz aus China entdeckt, das als Backtriebmittel für Lebkuchen und "Amerikaner" verwendet wird.

Wie das baden-württembergische Verbraucherministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte, wurden 28 Hirschhornsalz-Proben untersucht, davon fünf aus Apotheken oder Reformhäusern, vier von Bäckern, 13 aus dem Großhandel und sechs aus dem Lebensmitteleinzelhandel. Sieben Proben aus fünf unterschiedlichen Chargen entsprachen dabei nicht den Reinheitsanforderungen nach dem Lebensmittelrecht.

"Die Lebensmittelüberwachungsbehörden haben das weitere Verarbeiten der beanstandeten Ware sofort untersagt", sagte eine Ministeriumssprecherin. Sie sei auch nicht mehr im Umlauf. Derzeit werden noch die vollständigen Lieferwege ermittelt. "Für den Verbraucher, der Lust auf "Amerikaner" hat, besteht keine Gefahr."

Hirschhornsalz (Ammoniumbicarbonat) wird vor allem zur Herstellung von Lebkuchen und "Amerikanern" in Mengen von unter einem Prozent eingesetzt. Selbst bei Kleinkindern, der empfindlichsten Verbrauchergruppe, wäre ein täglicher Verzehr von einem halben Kilogramm von mit belastetem Hirschhornsalz hergestellter Backwaren nach einer Bewertung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch sicher.

Die Auswirkungen von Melamin, das aus Harnstoff gewonnen wird, auf den menschlichen Körper sind aber kaum erforscht. Bekannt ist, dass Melamin in höheren Konzentrationen zu Nekrosen im Nierengewebe führen (wie berichtet)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »