Ärzte Zeitung online, 02.12.2008

Amsterdam setzt Verbot von Psycho-Pilzen vorerst nicht aktiv durch

AMSTERDAM (dpa). Drogenverbot auf Niederländisch: Zwar ist der Verkauf von Psycho-Pilzen seit Wochenbeginn in den Niederlanden gesetzlich untersagt, doch die Metropole Amsterdam will das Verbot vorerst "nicht aktiv durchsetzen". Als Grund nannte ein Sprecher der Stadtverwaltung, dass Bürgermeister Job Cohen erst noch Fragen der Zuständigkeit mit der Regierung klären wolle.

Nach Medienberichten vom Dienstag gingen die Gesundheitsbehörden davon aus, dass Polizei und Staatsanwaltschaft für die Einhaltung des Verkaufsverbots der Halluzinationen auslösenden "Magic Mushrooms" verantwortlich sind. Dort sei man aber der Ansicht, dies sei Sache des Bürgermeisteramtes. Die Behörden der Grachtenstadt machten zudem geltend, dass unklar sei, wo das zusätzlich benötigte Personal für Kontrollen in den sogenannten Smartshops herkommen solle, in denen die Pilze bislang verkauft wurden.

Reporter berichteten am Dienstag, dass in den Läden vereinzelt noch Psycho-Pilze angeboten wurden. Allein in Amsterdam gibt es rund 40 der insgesamt 180 Smartshops der Niederlande. Am Wochenende hatten sich Tausende Touristen und Holländer dort zum letzten Mal legal mit Psycho-Pilzen eingedeckt.

Die auch als Narrische Schwammerln bekannten "Magic Mushrooms" enthalten den Wirkstoff Psilocin, der ähnliche Rauschzustände auslöst wie die Droge LSD. Zum Verbot hatte sich die Regierung nach aufsehenerregenden Zwischenfällen gezwungen gesehen. So hatte sich eine junge Französin im Pilzrausch von einer Amsterdamer Brücke in den Tod gestürzt. Ein deutscher Drogen-Tourist war nackt durch die Straßen gelaufen.

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