Ärzte Zeitung online, 05.12.2008

Gerichtshof für begrenzte Speicherung von Genmaterial

STRAßBURG/LONDON (dpa). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das unbegrenzte Speichern von Genmaterial verdächtiger Personen in Großbritannien verurteilt. Die Straßburger Richter gaben am Donnerstag der Beschwerde zweier Briten statt, die nach einem Freispruch und eingestellten Ermittlungen vergeblich die Vernichtung ihres gespeicherten DNA-Materials und ihrer Fingerabdrücke gefordert hatten.

In Großbritannien kann Genmaterial unbegrenzt gespeichert bleiben. In Deutschland muss die Aufbewahrung nach zehn Jahren bei Erwachsenen und nach fünf Jahren bei Jugendlichen überprüft werden, in Frankreich nach 25 Jahren.

Die britische Innenministerin Jacqui Smith zeigte sich von dem Urteil enttäuscht. "DNA und Fingerabdrücke sind im Kampf gegen Verbrechen unerlässlich." Während die Regierung über das Urteil berate, werde das bestehende Gesetz in Kraft bleiben, sagte sie.

Die Speicherung der Daten sei ein Verstoß gegen die Achtung des Privatlebens, hieß es in dem Urteil. Einer der Beschwerdeführer war 2001 im Alter von elf Jahren wegen versuchten Diebstahls festgenommen worden, der zweite wegen Belästigung seiner Partnerin, mit der er sich später versöhnte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »