Ärzte Zeitung online, 08.12.2008

Britische Bank "terrorisiert" Krebskranken mit Telefonaten

LONDON (dpa). Eine britische Bank hat einen Krebskranken einem Zeitungsbericht zufolge über mehrere Monate mit Hunderten Telefonaten "terrorisiert". Wie die Zeitung "Guardian" am Samstag berichtete, habe die Halifax-Bank David Lloyd (62) mehr als 762 Mal angerufen, damit er seine Schulden begleiche.

Lloyds Frau hatte nach der Krebsdiagnose im Jahr 2006 der Bank mitgeteilt, dass ihr Mann wegen der Krankheit nicht mehr arbeiten könne. Deshalb verlangte das Paar die Auszahlung der Lebensversicherung und staatliche Unterstützung.

Bis der ehemalige Ingenieur und seine Frau das Geld jedoch bekamen, überzogen sie das Konto. Nach Angaben des Paares, das 15 Jahre Kunde der Bank war, waren es 800 Pfund (etwa 920 Euro), Halifax sprach seinerseits von 4000 Pfund.

Mit der Überziehung begann das nach Angaben der Frau "unmenschliche" Verhalten der Bankmitarbeiter: Über sieben Monate hätten diese "morgens, mittags und abends" angerufen. Ihr Mann habe Depressionen bekommen, berichtete Lloyds Frau Annette Edwards. Trotz eines richterlichen Entscheids im Mai, wonach die Bank die Anrufe zu unterlassen habe, sei vergangene Woche wieder eine Zahlungsaufforderung bei dem Paar aus der Nähe von Manchester angekommen.

"Die Bank möchte sich von ganzem Herzen für das Fehlverhalten entschuldigen", sagte der Anwalt des Instituts jetzt nach Angaben des "Guardians". Halifax habe alle Schritte in die Wege geleitet, damit das Paar nicht mehr kontaktiert werde. Die Gerichtskosten von 1150 Pfund übernahm die Bank.

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