Ärzte Zeitung online, 09.12.2008

Situation in Athen beruhigt sich - neue Demonstrationen angekündigt

ATHEN (dpa). Am frühen Dienstagmorgen hat sich die Situation in Athen nach drei Tagen schwerer Ausschreitungen weiter beruhigt. Nach griechischen Medienangaben gab es nur sporadische Aktionen rund um die Technische Universität, in der sich noch einige Dutzend Randalierer verbarrikadiert hatten. "Nacht des Terrors", lautete der Tenor in der Zeitung "Apogevmatini".

Die Polizei blieb weiterhin in höchster Alarmbereitschaft. Am Nachmittag sollte die Beerdigung des 15-Jährigen stattfinden, der am späten Samstagabend durch eine Polizeikugel in Athen starb (wie berichtet). Um die Mittagszeit waren weitere Schüler und Studentenproteste gegen die Polizeigewalt geplant. Die Sicherheitskräfte befürchteten, dass Chaoten erneut zu randalieren versuchen könnten, berichtete das Staatsradio weiter.

Am Montagabend hatten Gewalttäter in Athen und anderen griechischen Städten schwere Verwüstungen angerichtet. Neben Athen waren Thessaloniki und mindestens acht andere Städte Schauplatz von schweren Ausschreitungen. Wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte, wurden 173 Menschen festgenommen. Darunter waren zahlreiche Plünderer. Über 100 Menschen erlitten Medienberichten zufolge Verletzungen. Der Vorsitzende des griechischen Journalistenverbandes, Panos Sombolos, sprach von den schwersten Unruhen seiner 30 Berufsjahre.

Am Morgen wollte sich Ministerpräsident Kostas Karamanlis mit Staatspräsident Karolos Papoulias und den Vorsitzenden der griechischen Parteien treffen. Ein Regierungssprecher dementierte Gerüchte, dass ein landesweiter Ausnahmezustand ausgerufen werden könnte. Im Mittelpunkt der Unterredungen steht die Frage, wie der Staat mit den tausenden Chaoten fertig wird, die in den vergangenen zwei Tagen Athen und andere Städte verwüstet haben. "In erster Linie wollen wir Menschenleben schützen", sagte am Dienstagmorgen Innenminister Prokopis Pavlopoulos.

Topics
Schlagworte
Panorama (30356)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »