Ärzte Zeitung online, 10.12.2008

Selbstmord-Tipps im Internet: Junger Franzose muss ins Gefängnis

PARIS (dpa). Weil er einer 17-Jährigen im Internet Selbstmord- Tipps gab, ist ein junger Mann in Frankreich zu einem Jahr Gefängnis und drei weiteren Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Joël A. habe der Jugendlichen genau erläutert, welche Medikamente sie nehmen müsse, um sich schmerzfrei das Leben zu nehmen.

Darüber hinaus habe er ihr Empfehlungen gegeben, wo sie ihr Vorhaben am besten umsetzen solle, berichtete die französische Regionalzeitung "Ouest France" am Dienstag.

Die Leiche der 17 Jahre alten Schülerin Florence war im September 2005 in einem Waldstück in der Nähe ihres Heimatorts in der Bretagne im Westen Frankreichs entdeckt worden. Auf dem Computer des Mädchens entdeckten die Eltern später Spuren der Internetkontakte mit dem damals 23-jährigen Joël A.

Das Gericht in Guingamp verurteilte den jungen Mann wegen unterlassener Hilfeleistung für eine Person in Not. Vom Vorwurf der Anstiftung zur Selbsttötung sprach es ihn jedoch frei. Eine Apothekerin und eine ihrer Mitarbeiterinnen wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt. Sie hatten sich nicht an die Vorschriften zur Abgabe von Betäubungsmitteln gehalten.

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