Ärzte Zeitung, 16.12.2008

Geheimnis der Modedroge "Spice" gelüftet

Wissenschaftler finden in den Kräutern synthetische Cannabinoide

FRANKFURT/MAIN (Smi). Wochenlang rätselten Suchtexperten über die Zusammensetzung einer neuen Modedroge, deren berauschende Wirkung auf eine unbekannte Kräutermischung zurückzuführen sei. Jetzt haben Wissenschaftler ihr Geheimnis entschlüsselt.

Den Kräutern werden synthetische Cannabinoide beigemischt, womit die Droge keineswegs als harmlos einzustufen ist (wie kurz berichtet).

Im Auftrag des Drogenreferats der Stadt Frankfurt am Main hat das Pharmaunternehmen THC-Pharm Proben der unter Namen wie "Spice Gold", "Arctic Synergie" und "Yukatan Fire" gehandelten Droge analysiert. In allen wurde die Substanz JWH-018 entdeckt. Das ist ein synthetisch hergestelltes Cannabinoid, das ähnlich dem in der Cannabispflanze enthaltenen Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) von den Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn aufgenommen wird. JWH-018 soll deutlich potenter als THC sein.

Bislang ist "Spice" in Deutschland legal erhältlich, denn es wird nicht als Tabak, sondern als Räuchermischung verkauft. Auf den Tütchen, die zwischen 20 und 30 Euro kosten, findet sich ein Hinweis dazu, den die Konsumenten jedoch ignorieren, da die gewünschte Wirkung nur beim Rauchen erzielt wird. Beliebt ist die Droge auch, weil sie bei Urinkontrollen nicht nachweisbar ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »