Ärzte Zeitung online, 16.12.2008

Amnesty: 334 Tote beim Einsatz von Elektroschockwaffen in den USA

LONDON/BERLIN (dpa). Nach dem Einsatz von Elektroschockwaffen sind in den USA nach Darstellung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) in den vergangenen acht Jahren 334 Menschen ums Leben gekommen. Die Organisation kritisierte am Dienstag den Einsatz solcher sogenannten Taser bei der US-Polizei scharf und warnte vor deren tödlichen Gefahren.

Daher müsse der Einsatz der Geräte ausgesetzt oder auf lebensbedrohliche Situationen beschränkt werden. Amnesty-Rüstungsexperte Mathias John sah zudem ein hohes Missbrauchsrisiko, weil auf Knopfdruck fast ohne Spuren starke Schmerzen verursacht werden könnten.

In Deutschland können Taser in mehreren Bundesländern von Spezialeinsatzkommandos eingesetzt werden. Großbritannien baut den Einsatz dieser Waffen derzeit aus. Bei einem Taser werden ähnlich wie bei einer Pistole Elektroden an einer langen Schnur abgefeuert, die am Körper des Getroffenen haften bleiben. Über die Kabelverbindung wird dann der Strom übertragen.

Nach Darstellung von ai waren 90 Prozent der Menschen, die nach einem Taser-Einsatz in den USA starben, nicht bewaffnet und stellten keine unmittelbare Bedrohung dar. Die Opfer seien oftmals wiederholten und anhaltenden Elektroschocks ausgesetzt gewesen. In den meisten der untersuchten 334 Todesfälle hätten auch Faktoren wie Drogen eine Rolle gespielt. Die US-Polizei habe Taser aber auch gegen Kinder, schwangere Frauen und Menschen mit Altersdemenz eingesetzt.

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