Ärzte Zeitung online, 29.12.2008

Bombenopfer Charlyn kann möglicherweise im Februar nach Hause

BERLIN (dpa). Die zwölfjährige Charlyn, die bei einem Sprengstoffanschlag in Berlin schwer verletzt wurde, kann möglicherweise im Februar wieder nach Hause. Am Montag sind unter Narkose die Verbände an dem zerfetzten rechten Arm gewechselt, die Wunden gesäubert und etwa 30 Metallklammern entfernt worden.

"Die Wunden von Charlyn heilen sehr gut, die Seele zunehmend auch", sagte der Chefarzt der Handtransplantations- und Mikrochirurgie im Unfallkrankenhaus Marzahn, Privatdozent Andreas Eisenschenk, der dpa. Inzwischen liege das Mädchen nicht mehr auf der Intensivstation der Klinik.

Die Schülerin war Ende November von der Explosion getroffen worden, als sie den Briefkasten der Familie öffnen wollte (wir berichteten). Der mutmaßliche Bombenleger, Charlyns Onkel, war nach einer bundesweiten Fahndung gefasst worden und sitzt in Untersuchungshaft. Er soll gegen die Familie mehrfach Todesdrohungen geäußert haben.

Der durch die Wucht der Briefkastenbombe zerfetzte Arm konnte durch vier Operationen gerettet werden. Ein völliger Normalzustand könne nicht erreicht werden. "Wir sind froh, dass der Arm dran bleiben konnte", sagte der Spezialist. "Eine Entlassung steht nicht vor Anfang oder Mitte Februar zur Diskussion", sagte Eisenschenk.

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