Ärzte Zeitung online, 08.01.2009

Wochenlang mit toter Mutter gelebt - kein Tatverdacht gegen Tochter

HORSTEN (dpa). Ein Frau hat wochenlang mit ihrer toten Mutter unter einem Dach gelebt. Die Tochter aus Horsten (Niedersachsen) wurde in die Psychiatrie eingewiesen, es werde aber derzeit nicht gegen sie wegen Unterlassung ermittelt, sagte am Mittwoch der Auricher Staatsanwalt Klaus Visser, der damit entsprechenden Medienberichten widersprach.

Es handele sich wie in diesen Fällen üblich um die sogenannte Todesermittlung. Der Leichnam der 68-Jährigen war am 16. Dezember im Wohnzimmer unter Zeitungen gefunden worden. Die Frau starb vermutlich sechs bis zehn Wochen vor ihrer Entdeckung. Zum Alter der Tochter machte Visser keine Angaben.

Das endgültige Obduktionsergebnis soll in vier Wochen vorliegen. Um die genaue Todesursache zu klären, seien wegen der fortgeschrittenen Verwesung der Leiche zusätzliche biochemische Untersuchungen erforderlich, sagte Visser. Die Ermittler schließen ein Verbrechen aber aus. "Wir haben keinen konkreten Tatverdacht gegen eine Person", sagte der Staatsanwalt.

Ein Schornsteinfeger hatte die Behörden auf den Fall aufmerksam gemacht. Nach Medienberichten war es ihm trotz mehrmaliger Versuche nicht gelungen, in das Haus zu kommen. Daraufhin schaltete er den Landkreis ein.

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