Ärzte Zeitung online, 09.01.2009

Kolumbianischer Drogenboss in Madrider Krankenhaus erschossen

MADRID (dpa). Der mehrfach verurteilte kolumbianische Drogenboss Leónidas Vargas ist am Donnerstag in seinem Krankenbett in einem Madrider Universitätsklinikum erschossen worden. Die Täter hätten aus einer Pistole mit Schalldämpfer vier Kugeln auf den 59-Jährigen abgefeuert und seien anschließend geflohen, teilte die spanische Polizei am späten Abend mit. Die Ermittler gehen von einem Auftragsmord aus.

Vargas zählte als Chef des Caquetá-Kartells einst zu den meistgesuchten Drogenbossen Kolumbiens, wie es weiter hieß. Im Juli 2006 war er im Zusammenhang mit der Lieferung einer halben Tonne Kokain in Madrid gefasst worden. Zuvor hatte er bereits eine Gefängnisstrafe in seiner Heimat abgesessen.

Vargas litt anscheinend an einer schweren Lungenkrankheit und befand sich nach Rundfunkberichten im Endstadium. Er war unter Auflagen auf freiem Fuß, sein Prozesstermin in Spanien war noch nicht angesetzt worden. Der 59-Jährige teilte sich das Zimmer mit einem anderen Patienten. Dieser berichtete, die Täter hätten zunächst ihn gefragt, ob er Vargas sei. Als er verneinte und auf das Bett nebenan deutete, hätten die Angreifer auf den schlafenden Vargas gefeuert.

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