Ärzte Zeitung online, 16.01.2009

Trend zum "Komasaufen" ungebrochen

STUTTGART (fst). Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg wurden im Jahr 2007 landesweit Menschen in 41 054 Fällen stationär wegen Alkoholmissbrauchs behandelt. Darunter waren anteilig mehr Jugendliche als je zuvor.

Das sei ein neuer - trauriger - Rekord, melden die Statistiker. Die Zahl der Behandlungen insgesamt hat im Vergleich zu 2006 um rund 3000 Fälle -  etwa acht Prozent -  zugenommen. Am häufigsten betroffen war dabei die Altersgruppe der 45- bis 50-Jährigen mit 6250 Behandlungen. Das entspricht seit 2001 einer Zunahme von 27 Prozent.

Weitaus dramatischer aber hat sich die Zahl der unter 20-Jährigen Patienten mit Alkoholvergiftung entwickelt, die ins Krankenhaus mussten. Ihre Zahl hat 2007 allein nur im Vergleich zu 2006 um 20,3 Prozent auf 3865 Fälle zugenommen.

Seit 2001 ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die nach "Komasaufen" in der Klinik behandelt wurden, sogar um 104 Prozent gestiegen. Ihr Anteil an den Alkohol-Patienten wuchs von 5,5 auf neun Prozent.

Die AOK Baden-Württemberg forderte, diese "alarmierende Entwicklung" müsse dringend gestoppt werden. "Der Kampf gegen das 'Komasaufen‘ und andere Formen des Alkoholmissbrauchs bei Kindern und Jugendlichen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und kann nicht von den Krankenkassen allein geführt werden", sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg.

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