Ärzte Zeitung online, 23.01.2009

Kinderfüße werden breiter - 10 000 Kindern vermessen

KÖLN (dpa). Kinderfüße sind im Laufe der vergangenen Jahre tendenziell breiter geworden. Im Durchschnitt hat die Fußbreite gegenüber der vorherigen Erhebung im Jahr 1996 um etwa einen bis zwei Millimeter zugenommen.

Die Ursache dafür sei unklar, sagte Professor Frank Mayer, Direktor des Instituts für Sportmedizin an der Universität Potsdam, am Donnerstag in Köln. Allerdings habe die zunehmende Fußbreite nichts mit der steigenden Zahl übergewichtiger Kinder zu tun, betonte er bei der Vorstellung des ersten deutschen "Kinderfußreports".

Für die Studie haben Wissenschaftler im Auftrag des Deutschen Schuhinstituts (DSI) und des Hauptverbands der Deutschen Schuhindustrie die Füße von mehr als 10 000 Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre vermessen. Ziel war es, einen Überblick über die Größe von Kinderfüßen und die Tragegewohnheiten von Schuhen zu erhalten.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Mehr als 40 Prozent der teilnehmenden Kinder trugen zu große Schuhe. Wahrscheinlich versuchten Eltern, auf diese Weise Geld zu sparen - in der Annahme, dass die Kinder noch in die Schuhe "hineinwachsen", sagte DSI-Geschäftsführer Manfred Junkert. Zu große Schuhe könnten aber genauso zu Gesundheitsschäden führen wie zu kleine, weil die Füße darin keinen Halt fänden. "Nicht passende Schuhe können die natürliche Entwicklung des Fußes behindern", sagte Mayer. Als Folgen drohten Fußschäden und Beeinträchtigungen beim Gehen.

Für ihre Messaktion waren die Wissenschaftler zwei Jahren lang in 60 Orten in Deutschland und der Schweiz unterwegs. Unter anderem in Schulen, Kindergärten oder bei Sportveranstaltungen sammelten sie die Daten. Gemessen wurden Länge, Breite und Ballenumfang der Füße, mit einem Scanner wurde die Fußform erfasst. Außerdem notierten die Wissenschaftler Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht der Kinder.

www.wms-schuh.de

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