Ärzte Zeitung, 30.01.2009

TV im Blick

Patienten, Ärzte und Arzthelferinnen - immer mehr Ärger, immer mehr Sorgen

"Dauerpatient Gesundheitswesen" - beim BürgerForum live vom TV-Sender Bayern 3 im oberfränkischen Lichtenfels wird am Mittwochabend deutlich: Der Ärger über wachsende Widersprüche in der Gesundheitsversorgung wird immer größer.

Die Verunsicherung im Lichtenfelser Stadtschloss ist an diesem Abend greifbar: Menschen kommen zu Wort, die in Sorge sind, dass die ambulante Facharztversorgung zerschlagen wird und sie immer weitere Wege in MVZ zurücklegen müssen. Verärgerte Patienten, die keine Zuzahlungsoption für ein Medikament haben, das sie eigentlich viel besser vertragen als die vom Arzt verordneten Tabletten mit demselben Wirkstoff. Und Patienten, die generell fürchten, dass sie finanziell passen müssen, weil ihr Budget für wachsende Zuzahlungen nicht ausreicht. Eine Arzhelferin klagt, alleinerziehend, zwei Kinder, seit 30 Jahren im Beruf. "Meine Existenz steht und fällt mit der Arbeit in der Praxis," sagt sie.

Wie kann Versorgung verbessert werden?

"Ich habe Angst, dass ich unsere Mitarbeiter nicht halten kann", bedauert ein Arzt aus einer internistischen Gemeinschaftspraxis. Er geht von einem drastischen Umsatzeinbruch für das erste Quartal 2009 als Folge der Honorarreform aus.

"Ihr Hausärzte seid's eigentlich im Moment die Gewinner in dieser ganzen Streiterei", sagt Moderator Tilmann Schöberl und erteilt Bayerns Hausärzteverbandschef Wolfgang Hoppenthaller das Wort. Der würdigt den "in der Tat sehr guten Vertrag", den die Hausärzte im Dezember 2008 mit der AOK abgeschlossen haben und kritisiert Ersatz- und Betriebskrankenkassen, "die nichts dazu beitragen, dass die hausärztliche Versorgung einer immer älter werdenden Bevölkerung aufrecht erhalten wird".

In 45 Minuten die ganzen Widersprüche des Gesundheitswesens aufarbeiten? Das kann leider nur im Ansatz funktionieren. "Wer ist zufrieden mit seinem Arzt?", will Schöberl noch wissen. Alle Arme gehen hoch. "Wer ist zufrieden mit unserem Gesundheitswesen?" Keine Reaktion. "Ned amol einer?" Der Moderator lächelt. Auf Wiedersehen beim nächsten BürgerForum von Bayern 3.(fuh)

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