Ärzte Zeitung online, 02.02.2009

Hilfsorganisationen verurteilen Angriff auf Klinik in Sri Lanka

COLOMBO (dpa). Internationale Hilfsorganisationen haben den Angriff auf ein Krankenhaus im umkämpften Nordosten Sri Lankas verurteilt. Ein Sprecher des Kinderhilfswerks UNICEF sagte am Montag in Colombo, die Klinik in der von den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) kontrollierten Region Mullaitivu sei am Wochenende zweimal mit Artillerie beschossen worden.

Dabei seien mindestens acht Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Den Angaben zufolge wurde auch die voll belegte Kinderabteilung der Klinik getroffen. Der LTTE-nahe Internetdienst TamilNet machte die Armee für den Angriff verantwortlich. Das Militär äußerte sich nicht.

Medizinische Einrichtungen sowie medizinisches Personal seien durch internationales Recht geschützt, erklärte ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Colombo. Er rief die Konfliktparteien dazu auf, Krankenhäuser zu schützen sowie die Arbeit der Ärzte und Helfer in der umkämpften Region zu respektieren.

Durch die jüngste Armeeoffensive wurde die LTTE, die einst weite Teile Sri Lankas kontrollierte, auf einen kleinen Streifen Land im Nordosten zurückgedrängt. Dort hat die Armee die Rebellen eingekesselt. In dem Kampfgebiet sollen sich nach Darstellung von Hilfsorganisationen rund 250 000 schutzlose Zivilisten aufhalten. Die Regierung wirft der LTTE vor, die Zivilisten als Schutzschilde zu missbrauchen. Die Rebellen kritisieren, die Armee beschieße die Gegend wahllos und ohne Rücksicht auf Unbeteiligte.

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