Ärzte Zeitung, 02.02.2009

Doping im Football weit verbreitet?

Dramatisches Superbowl-Finale in den USA / Lasches Kontrollsystem in der Kritik

WASHINGTON (fuh). Die Pittsburgh Steelers haben in der Nacht zum Montag in einem dramatischen Football-Finale den US-Superbowl gegen die Arizona Cardinals gewonnen. Derweil verstärkt sich der Verdacht, dass im Football Doping immer noch weit verbreitet ist.

Muskelmänner: Pittsburgh (l.) besiegt Arizona, gewinnt den Superbowl.

Foto: dpa

Muskelmasse ist gefragt, wenn die gepanzerten Männer mit ihren Sturzhelmen im Kampf um ein Lederei aufeinander losgehen. "Doping spielt im American Football offenbar eine große Rolle. Es scheinen die klassischen Mittel zu sein, die konsumiert werden, um Schnelligkeit, Muskelwachstum, Schnellkraft und rasche Regenerationsfähigkeit voranzutreiben: Wachstumshormone, Testosteron, Designersteroide und Insulin." Das berichtet der Autor Jochen Leufgens, der für die ARD in den USA recherchiert hat.

Neu ist diese Erkenntnis nicht: Das Anabolika-Fieber grassiert bei den Profis, an den Universitäten, in Schulen, berichtete die "Ärzte Zeitung" bereits vor 20 Jahren. Bei einer öffentlichen Anhörung im US-Senat waren neue Einzelheiten bekannt geworden. In den Profiklubs seien die Zustände untragbar, sagte damals ein Spieler aus Atlanta, es herrsche eine regelrechte "Steroid-Verrücktheit".

Doping-Kontrollen bleiben bis heute lasch. Die TV-Sender haben für die Spiel-Übertragungsrechte der National Football Ligue (NFL) mehrere Milliarden Dollar bezahlt. Bei diesen Summen bestehe kein Interesse daran, das teure Produkt zu beschädigen, sagt Matt Chaney, der ein viel beachtetes Buch zum Thema Doping und Football veröffentlicht hat.

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