Ärzte Zeitung online, 04.02.2009

Ärzte ohne Grenzen werfen UN Untätigkeit im Nordostkongo vor

NAIROBI (dpa). Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat den UN-Friedenstruppen im Kongo Untätigkeit angesichts der jüngsten Massaker ugandischer Rebellen im Nordosten des Kongo vorgeworfen.

Die Rebellen der "Widerstandsarmee des Herrn", die sich nach fast 20 Jahren Bürgerkrieg in Nord-Uganda im Kongo verschanzt haben, hätten seit Weihnachten mehr als 50 Dörfer überfallen, sagte Hakim Chkam, Koordinator des Hilfseinsatzes in der Krisenregion, am Mittwoch in Nairobi. "Seit Weihnachten wurden mehr als 900 Menschen getötet, und das Töten geht weiter." Etwa 100 000 Menschen seien vor dem Terror der Rebellen aus der Region geflohen.

In Dungu, dem Zentrum der Region, seien etwa 100 UN-Blauhelme stationiert, die vor allem kongolesische Truppen logistisch unterstützten. "Sie sind nicht unmittelbar beim Schutz der Zivilbevölkerung engagiert", sagte Chkam. "Die UN und die internationale Gemeinschaft müssen handeln." Die jetzige Situation sei nicht akzeptabel. Die Rebellen gingen mit unbeschreiblicher Gewalt gegen die Bevölkerung vor, folterten, vergewaltigten und mordeten. Die Helfer könnten in großen Teilen ihres Einsatzgebietes nicht mehr im Auto unterwegs sein, sondern versuchten aus Sicherheitsgründen, mit dem Kleinflugzeug Städte und ländliche Siedlungen zu erreichen.

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