Ärzte Zeitung online, 04.02.2009

Erneut Krankenhaus in Sri Lanka beschossen

COLOMBO (dpa). Bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) im Nordosten Sri Lankas ist nach Angaben von Hilfsorganisationen erneut ein Krankenhaus beschossen worden. Das teilte eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am Mittwoch in Colombo mit.

Nach ihren Angaben wurde die Klinik in der Region Mullaitivu in den vergangenen Tagen mehrfach angegriffen und auch in der Nacht von Geschossen getroffen. Das IKRK als Betreiber habe daraufhin die Schließung des Krankenhauses veranlasst. Alle Patienten seien evakuiert worden, so die Sprecherin weiter.

Nach Angaben von Ärzten in der Region wurden bei dem jüngsten Angriff mindestens 14 Menschen getötet und zehn weitere verletzt. Ein Sprecher der Vereinten Nationen in Colombo hatte zuvor gegenüber dem britischen Sender BBC erklärt, bei dem Beschuss durch die Armee seien 52 Zivilisten ums Leben gekommen. Ein Militärsprecher wies die Vorwürfe zurück. Das IKRK machte keine Angaben zu möglichen Opfern.

Im Kampfgebiet im Nordosten Sri Lankas sollen sich nach Darstellung von Hilfsorganisationen noch etwa 250 000 Zivilisten aufhalten. Die Regierung wirft der LTTE vor, die Menschen als Schutzschilde zu missbrauchen. Die Rebellen kritisieren, die Armee beschieße die Gegend wahllos und ohne Rücksicht auf Unbeteiligte. Staatspräsident Mahinda Rajapakse hatte am Mittwoch bei einer Militärparade zum 61. Unabhängigkeitstag Sri Lankas erklärt, die Niederlage der Rebellen stehe unmittelbar bevor.

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