Ärzte Zeitung online, 09.02.2009

Behörde ermittelt gegen Arzt der Achtlings-Mutter - Frau wehrt sich

WASHINGTON/LOS ANGELES (dpa). Die kalifornische Gesundheitsbehörde ermittelt gegen den Arzt der Achtlings-Mutter. Es werde geprüft, ob der Mediziner seine medizinische Fürsorgepflicht verletzt habe, berichtete die "Los Angeles Times" am Samstag. Die Frau hatte die Kinder nach einer künstlichen Befruchtung auf die Welt gebracht. Die Mutter der Achtlinge, Nadya Suleman, wehrt sich gegen die wachsende Kritik an ihrem Vorgehen.

In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem TV-Sender NBC wies die 33-Jährige Vorwürfe zurück, ihre künstliche Befruchtung sei unverantwortlich gewesen. Sie habe sich sechs Embryonen einpflanzen lassen, sagte Suleman, zwei von ihnen hätten sich zu Zwillingen entwickelt. Eine Abtreibung einzelner Föten sei für sie nicht infrage gekommen, sagte die arbeitslose und geschiedene Frau.

Zehn Tage nach der spektakulären Geburt der Achtlinge war sie am Donnerstag aus dem Krankenhaus in Bellflower entlassen worden (wie berichtet). Die sechs Jungen und zwei Mädchen, die in der 30. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt entbunden worden waren, müssen noch mehrere Wochen in ärztlicher Obhut bleiben.

Die spektakuläre Geburt hat in den USA öffentliche Kritik unter anderem bei Medizinern ausgelöst, vor allem weil Suleman bereits allein erziehende Mutter von sechs weiteren Kindern im Alter zwischen zwei und sieben Jahren ist. Ihr sei das Risiko bewusst gewesen, sagte Suleman. Künstliche Befruchtungen seien immer ein "Glücksspiel".

Sieben Jahre habe sie vergeblich versucht, Kinder zu bekommen, sagte die Mutter der NBC. Sie sei als Einzelkind aufgewachsen und habe sich schon immer eine große Familie gewünscht. Sie versicherte, dass sie den Kindern eine gute Mutter sein werde. Sie halte jedes Frühchen 45 Minuten täglich in den Armen. "Ich werde mein (privates) Leben aufgeben und für sie ganz da sein", sagte Suleman. Die unverheiratete Frau lebt bei ihren Eltern.

Suleman erhielt nach US-Medienberichten bereits lukrative Angebote für eine Exklusiv-Geschichte. Über eine mögliche Bezahlung für das NBC-Interview machte Sulemans Sprecher Michael Furtney keine Angaben. "Das betrifft nur sie und NBC", sagte er der "Los Angeles Times". Dem Sender zufolge ist kein Geld im Spiel.

In den USA waren zuvor erst einmal Achtlinge geboren worden. Eines der Babys starb 1998 innerhalb einer Woche nach der Geburt im US-Staat Texas. Sulemans Neugeborene sind die am längsten überlebenden Achtlinge der Welt, ihr Zustand ist den Ärzten zufolge stabil.

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