Ärzte Zeitung online, 10.02.2009

Kampf gegen Ritualmorde - Uganda gründet Sondereinheit

NAIROBI/KAMPALA (dpa). Die ugandische Polizei will eine Sondereinheit zur Bekämpfung von Ritualmorden einrichten. Anlass für diesen Schritt ist unter anderem der Fund einer geköpften Frau. Nach Medienberichten vom Dienstag wird vermutet, dass die Frau Opfer eines Ritualmordes wurde.

Zehn mutmaßliche "Zauberdoktoren" seien in der Hauptstadt Kampala festgenommen worden. Nach Angaben von Polizeisprecherin Judith Nabakooba waren während des Polizeieinsatzes mehrere Schreine und Fetische zerstört worden.

Der 37 Jahre alte Hauptverdächtige habe die Beamten selbst zum Fundort der verwesenden Leiche gebracht. Der "Zauberdoktor" gab in seiner Vernehmung an, seine "Kunden" hätten ihm die Frau als Opfer gebracht, weil sie hofften, nach dem Ritual Arbeitsplätze zu finden.

Im vergangenen Jahr hatte es bereits mehrere derartige Vorfälle gegeben. Unter anderem wurde ein bekannter Bauunternehmer nach dem Ritualmord an einem zwölfjährigen Jungen festgenommen. Im benachbarten Tansania wurden allein im vergangenen Jahr mehr als 30 Albinos Opfer von Ritualmorden. Dem Blut und den Körperteilen der Opfer wird große Zauberkraft nachgesagt (wie berichtet).

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