Ärzte Zeitung online, 10.02.2009

Bundesumweltministerium: Radioaktive Edelstahlprodukte aus Indien

BERLIN (dpa). In Deutschland sind radioaktiv verstrahlte Edelstahlprodukte aus Indien aufgetaucht. Es bestehe keine Gefährdung für Bevölkerung und Umwelt, erklärte das Bundesumweltministerium am Dienstag aufgrund von Angaben aus Bundesländern. "Haushaltsprodukte oder Produkte des täglichen Gebrauchs sind nach vorliegenden Informationen nicht betroffen", betonte das Ministerium. Vielmehr handele es sich um Stahl-Vorprodukte und Maschinenteile.

Die Verunreinigungen gingen darauf zurück, dass radioaktive Kobalt-60-Strahlenquellen in einem indischen Stahlwerk eingeschmolzen worden seien. Kobalt wird unter anderem zur Herstellung hitzefester Legierungen für Maschinen und Werkzeuge benutzt. Das radioaktive Isotop Kobalt-60 wird zudem in der Krebstherapie anstelle von Radium eingesetzt.

Laut Ministerium wurde das Material von den Strahlenschutzbehörden der Länder sichergestellt, "damit eine Ausbreitung der Kontamination auf Konsumgüter oder andere Wirtschaftszweige verhindert wird". Die Produkte seien unterschiedlich hoch belastet. "Zum Teil überschreiten sie die Grenzen, nach denen sie der staatlichen Kontrolle unterliegen." Der überwiegende Teil sei geringer belastet. Bund und Länder suchten jetzt nach Lösungen, um auch geringer belastete Stoffe nicht in den Wirtschaftskreislauf gelangen zu lassen.

Bundesaufsicht, Strahlenschutzbehörden der Länder und Verbände der Stahlindustrie hätten auf Anregung des Bundesumweltressorts bereits in der vergangenen Woche das weitere Vorgehen beraten. Für die kommende Woche habe die Bundesaufsicht auch die betroffenen Firmen zur Suche nach Lösungen eingeladen. Das Bundesumweltministerium hat nach eigenen Angaben zudem von Indien stärkere Kontrollen dortiger Unternehmen verlangt, um eine Wiederholung solcher Vorkommnisse zu verhindern.

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