Ärzte Zeitung online, 13.02.2009

Türkei: Jede zweite Frau wird von ihrem Mann geschlagen

ISTANBUL (dpa). Fast jede zweite Ehefrau in der Türkei wird von ihrem Mann geschlagen oder körperlich misshandelt. Nur ein geringer Teil wendet sich mit dem Problem an die Behörden, wie eine amtliche Studie ergeben hat, die das Büro des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan veröffentlicht hat.

Für die Untersuchung waren im Sommer 2008 rund 12 700 Frauen im Alter zwischen 15 und 59 Jahren befragt worden.

Demnach werden fast 40 Prozent der Frauen von ihren Männern geschlagen, getreten, gewürgt oder mit einer Waffe angegriffen. Über sexuelle Gewalt berichteten 15 Prozent der Frauen. 7 Prozent der Frauen gaben an, als Kind sexuell missbraucht worden zu sein. Jede zehnte Frau wurde während der Schwangerschaft geschlagen.

Ein Drittel der misshandelten Frauen hat im Laufe ihres Lebens schon überlegt, wegen der Übergriffe Selbstmord zu begehen. Etwa die Hälfte der Frauen spreche nicht über die häusliche Gewalt. Nur vier Prozent der misshandelten Frauen wenden sich der Studie zufolge an die Polizei.

Die erste offizielle Statistik dieser Art zeige, dass Gewalt durch den Ehemann für Frauen viel häufiger sei als durch Fremde, heißt es in einer Pressemitteilung zu der Untersuchung. Die Ergebnisse sollen auch genutzt werden, um besser gegen häusliche Gewalt vorzugehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »